Digitales Hotelbad.

Gastbeitrag von Thomas Edelmann.

AXOR Talk auf der ISH

Badgespräche. Mit AXOR.

Manchmal muss man sich zusammensetzen, um Dinge zu besprechen. Am besten dort, wo ohnehin Experten und Interessierte zusammenkommen. Auf der ISH boten drei intensive „AXOR-Talks“ mehr als nur Unterhaltung. Sie kombinierten Zukunft und Gegenwart, Praxis und forschende Projektion überzeugend miteinander. Ein Gastbeitrag von Journalist und Designkritiker Thomas Edelmann.

Zum übergeordneten Thema „Individualisierung“ wurden drei vertiefende Themen erörtert. Um smarte Hotel-Badezimmer ging es in der ersten gut besuchten Runde.

AXOR Badgespräch auf der ISH.

Digitale Möglichkeiten.

Diskutiert wurden Erwartungen von Geschäftsleuten ans Hotelbad. Soll es morgens funktional sein und abends entspannen? Welche Möglichkeiten bietet Digitalisierung? Ian Biglands, Development Manager der „Premium Economy“ Hotelkette Premier Inn, erscheint dies noch als schwieriges weil unerreichbares Thema.

Erst was sich im 4- und 5-Sterne-Bereich als Standard durchgesetzt habe, erhalte wirtschaftlich auch in anderen Hotelklassen eine Chance. Allerdings verbreiteten sich Neuheiten wie Dusch-WCs mit großer Geschwindigkeit und erreichten bald alle Preis-/Ausstattungsklassen.

Digitalisierung als Chance?

Bernd Eigenstetter befasst sich bei Phoenix Design mit User Experience und sieht dagegen durch die Digitalisierung eine Chance: Wer mehr, bessere Daten von den Kunden generiere, könne Mehrwerte anbieten und mit vergleichsweise geringen Kosten große Wirkung erzielen. Denkbar sei, sich bereits im Bad über die aktuelle Wetterlage zu informieren oder das Taxi zu bestellen.

Designerin Uta Kurz übersetzt als Coach die nonverbale Sprache des Designs jenen, die gestalterische Entscheidungen treffen, ohne darauf vorbereitet zu sein. Für sie spielt die Digitalisierung im Hotel bei der Lichtplanung und -steuerung bereits eine maßgebliche Rolle. Die Zeiten, in denen Kosten von Materialien und Ausstattung im Luxushotel als vernachlässigbar galten, sind vorbei.

Mehr erfahren über Uta Kurz , Bernd Eigenstetter und Phoenix Design sowie Ian Biglands und Premiere Inn Hotels

Grenzen und Chancen der Digitalisierung.

Wie digital müssen Hotelbäder künftig sein? Was wird möglich sein, wo sehen Sie die Grenze des „Wünschbaren“? fragte der Moderator.

Eigenstetter betonte, dass viele das Bad als letzten analogen Rückzugsraum sehen, andere dagegen die Möglichkeiten der Technik ausreizen möchten. So sei es bereits möglich, das Hotelzimmer virtuell zu verändern, sich etwa mittels Projektionen in andere Weltgegenden zu versetzen. Beide Gruppen schätzte Eigenstetter gleich stark ein. Er fragte, worin angesichts denkbarer Erweiterungen künftig digitaler Luxus bestehe.

Bernd Eigenstetter von Phoenix Design.
Designerin und Coach Uta Kurz.

Einfach nutzbare technische Errungenschaften.

Auf einen wesentlichen Aspekt machte Uta Kurz aufmerksam: Digitale Errungenschaften im Hotel müssten einfach nutzbar sein und tatsächlich funktionieren.

Was banal klingt, trifft ein Kernproblem, denn andernfalls löst die viel zitierte emotionale Erfahrung, die Nutzer mit der Technik machen, ein Gefühl eigener Unzulänglichkeit aus. Kurz unterschied hier zwischen Techniken, die im Hotel fest installiert sind und zentral gesteuert werden wie etwa Sensoren und denen, die per mitgebrachtem Smartphone individuell vom Gast bedient werden.

Technik, die Nachhaltigkeit unterstützt.

Biglands möchte die Wassernutzung mittels Digitalisierung effektiver gestalten. Zunehmend würden Duschen mit hohem Verbrauch genutzt. Diskutiert wurden Verbrauchs-Monitoring, Nachhaltigkeit, Datengewinnung, Datenschutz, Sensortechnik, Chancen und Grenzen der Standardisierung.

Ian Biglands, Entwicklungschef der  Premiere Inn Hotels.